Nazis entgegentreten – immer und überall

1. März 2020
Antifaschistische Demonstration

Antifaschistische Demonstration in Elmshorn

Mehr als dreihundert Teilnehmer*innen protestierten am 29. Februar gegen neonazistische, rassistische Aktivitäten im Kreis Pinneberg. Für DIE LINKE sprach Julia.

Liebe Freundinnen, Freunde, Genossinnen, Genossen,
liebe Mitmenschen,

am heutigen Tage sind wir dem Aufruf der Elmshorner gefolgt und haben uns hier versammelt. Wir wissen warum! Ich freue mich dementsprechend so viele altbekannte und auch neue Gesichter zu sehen.
Für diejenigen unter euch, die mich nicht kennen, ich bin Julia Brügmann und ich spreche heute hier zu euch als Vertreterin der Linken in unserem Kreis.
Wir sahen, wie viele hier Anwesende, den Ruck kommen, der schon vor einiger Zeit durch unser Land ging. Andere waren schockiert, wir alle sind das bis heute und zwar jeden Tag ein Stückchen mehr.
Machtlos stehen viele vor den Überresten einer weltoffenen, demokratischen, freien und menschenwürdigen Politik. Es sind Überreste der Pflicht unserer staatlichen Gewalten die Würde des Menschen zu achten, denn diese Würde ist unantastbar. Nur um mal unser eigenes Grundgesetz zu zitieren. Es gilt immerhin schon fast 71 Jahre. Und trat in Kraft, als unsere dunkelsten Stunden vorbei schienen.
Wir sehen immer mehr das wahre Ausmaß, die wahre Kraft und auch Macht hinter den Verleumdungen, Verallgemeinerungen und vor allem Lügen der Faschisten in unserem Land. Sichtbar wird es, auf erschütternde Art und Weise.
NSU, Chemnitz, der Fall Walter Lübke, Halle, Hanau, die geplanten Taten der Gruppe S…. und viele unaufgeklärte, ungenannte ja unbekannte Taten. Dies alles sollten furchtbare Ereignisse sein, Ereignisse deren Fakten keiner umdreht! Es sind Ereignisse, die uns unsere Gegenwart schmerzlich bewusst machen. Sie verknüpfen sie mit unserer Vergangenheit.
Seit nun mehr 75 Jahren ist der 2. Weltkrieg vorbei. Doch das Gedankengut von damals ist nur allzu präsent. Allein bei den Veranstaltungen rund um den Karneval sehe ich mich und viele andere fassungslos den Kopf schütteln. Nur ein Beispiel: Ein 4. Klässler verkleidet sich zu Hause als etwas Undefinierbares und bastelt sich in der Schule eine Hakenkreuzarmbinde. Ja, es wird mit ihm geredet, ja, er ist suspendiert, ja, er zeigte schon vorher solche Tendenzen, ja, die Lehrerin hat sofort eingegriffen, ja, seine Eltern wussten von nichts, ja….
Die Grundlage von Gemeinschaft, Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt sind die Menschenrechte, das sollte allen klar werden. Immerhin wurde dies auch aufgrund unserer Vergangenheit anerkannt und im Grundgesetz verankert.
Es sind nicht nationalistische, rassistische, sexistische und autoritäre Ansichten. Es sind nicht Ausgrenzung und Spaltung, wie heute bereits erwähnt, die unsere Probleme ändern. Für diese Ansichten stehen andere, nicht wir hier. Es sind durchaus einflussreiche Menschen und Gewalten.

Das war schon früher so.
Wir hier werden immer mehr und werden die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen.

Wir werden uns wehren, mit allem, was wir haben, was wir sind oder werden wollen.
Wir stehen nicht still daneben.
Wir benennen das Unrecht, die Lügen, Verleumdungen und Verallgemeinerungen.
Wir nennen die Fehler beim Namen und stehen gemeinsam ein, denn diese Ansichten beschmutzen unsere Würde.

Ich bin stolz auf all jene, die hier sind. Die sich überall im Land wehren und den Rassisten entgegentreten, sie entlarven, ihnen Paroli bieten, Aufstehen und sie selbst und alle anderen aufklären.

Wir stellen uns den Faschisten entgegen, ob sie sich nun AfD nennen oder anders.